Offener Brief an den Körper
Lieber Körper,
Nun verbringen wir schon eine gewisse Zeit miteinander. Ich habe mich an Dich gewöhnt und Du scheinst mich eigentlich auch nicht so unsympathisch zu finden. Zumindest hörte ich keine grösseren Beschwerden. Wir reden doch eigentlich auf dem kurzen Dienstweg miteinander, Du teilst mir Deine Bedürfnisse mit, und ich versuche Sie nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen. Dafür erwarte ich von Dir ein gewisses Maß an Engagement und Passion meinen Bedürfnissen und Wünschen gegenüber. Natürlich hatten wir das ein oder andere Missverständnis, aber nichts Dramatisches.
Zusammengefasst lief das doch eigentlich auch gut so.
Allerdings scheinen wir uns in letzter Zeit ein bisschen auseinander zu leben. Du verweigerst Dich der qualitativ angemessenen Reaktion in Relation zur zugeführten Quantität an Alkohol. Ich versuche Dich nicht mit Billigfusel zu quälen, sei dafür dankbar. Du bekommst ein brauchbares Essen vorher, nicht irgendeinen Fastfood-Dreck. Du musst auch keine schreckliche Musik ertragen, zumindest nicht abendfüllend. Möchtest Du etwas anderes? Dann bitte sage es doch. Du kannst auch mit Klopfzeichen arbeiten, oder kommst mal auf einen Kaffee vorbei. Ich versuche das nun im Guten. Ich werde Dir weiterhin gutes Essen, gute Getränke und eine ausreichende Portion an Schlaf bieten.
Sollte mein freundlicher Appell keine Früchte tragen, dann werde ich härtere Geschütze auffahren.
Wenn Du dich weigerst, werde ich Dich mit Aldi-Korn betäuben und zum Einlenken zwingen.
Und sei Dir sicher, das wird mir mehr weh tun als Dir. Zumindest am nächsten Tag.
Herzlichst,
Dein Chris
3 Responses to “Offener Brief an den Körper”
Da ich nicht glaube, dass du bereits in die Jahre kommst würde ich das ganze als Reizüberflutung verbuchen.
Meinen Weg zu gehen, ich verweise hier an (m)ein enthaltsames und gesundes Leben seit dem Oktoberfest, kommt ja mit Sicherheit nciht in Frage.
Daher schlage ich eine Schocktherapi vor: 2x tägliche, eine Woche lang, Bio Zisch Guarana Cola und Bionade Inwer Orange.
Und Orangina? Das doch auch gesund oder?
So weit bist du noch nicht.
Haben wir ja letztes Jahr gesehen. Sorry.
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